Samstag, 05. Januar 2008
Textpattern Tutorials, neue Beiträge
Vor einigen Wochen habe ich die verschiedenen ausführlichen Textpatternbeiträge im Weblog ausgelagert und einen neuen Bereich Texpattern in der Rubrik Webdesign eröffnet.
Seit gestern ist dort das fünfte Tutorial zu Textpattern verfügbar: Bausteine in Textpattern. Weitere möglicherweise interessante Beiträge sind Grundlagen von Textpattern und Textile sowie die beiden kürzeren Artikel Eine Website mit Textpattern organisieren und Textpattern: Sitestruktur.
Der ältere Beitrag über Kommentarformulare ist eher von speziellerem Interesse.
Ich hoffe, die Anleitungen sind nützlich und freue mich auch über Anregungen und Kritik.
Donnerstag, 03. Januar 2008
Skitch — das beste Screenshot Tool bisher
Seit einigen Monaten benutze ich zum Erstellen und Bearbeiten von Screenshots Skitch. Nachdem ich zunächst dachte, ImageWell sei schon hervorragend einfach und klar in der Bedienung, hat Skitch den Workflow noch einmal deutlich verbessert.

Die Benutzeroberfläche ist zunächst etwas gewöhnungbedürftig, doch wenn man sich kurz einarbeitet, kann man mit Skitch so schnell und einfach Screenshots erstellen, annotieren und beabeiten, dass es eine wahre Freude ist. Dabei lohnt es sich, kurz in die Hilfe zu schauen, um ein paar Tastaturkürzel und Feinheiten zu lernen — dann geht die Arbeit mit Skitch besonders zügig von der Hand.
Skitch verfolgt den Ansatz, die Funktionen auf das Wesentliche zu reduzieren — ähnlich der Less Software Philosophie von 37signals (die man übrigens auch auf andere Bereiche anwenden kann).
Man kann die Screenshots oder Bilder mit Skitch direkt an einen FTP-Server, in den eigenen .Mac-Account oder an Skitch.com hochladen. Letzteres ist ein Image-Hosting-Service, der noch mal eine Reihe weiterer sinnvoller Funktionen anbietet.
Eine besonders wichtige Funktion für mich ist, dass man mit Skitch auch Screenshots von Windows-Programmen machen kann, die in Parallels laufen. Das geht nicht mit allen Screenshot Tools. Auf diese Art kann ich problemlos und schnell Software-Tutorials für meinen ITG-Unterricht erstellen.
Kurz: Skitch ist praktisch und macht Freude. Momentan ist das Programm noch in der Beta-Phase und man muss einen Zugang zum Download per Mail anfordern. Das lohnt sich meines Erachtens auf alle Fälle.
Zur Skitch Website »
Sonntag, 25. November 2007
Was ist Webdesign?
Jeffrey Zeldman hat einen sehr lesenswerten Artikel bei A List Apart veröffentlicht, in dem er zu erklären versucht, worum es beim Webdesign wirklich geht und warum das viele einflussreiche Leute nicht verstehen: Understanding Web Design.
Der wichtigstste Satz:
Web design is the creation of digital environments that facilitate and encourage human activity; reflect or adapt to individual voices and content; and change gracefully over time while always retaining their identity.
Besonders gut gefallen mir seine Vergleiche: er sieht die Funktion von Webdesign ähnlich wie die von Typographie oder Architektur. Beide sind aufwändig durchdacht, treten aber in den Hintergrund, sobald sie benutzt werden sollen. Typographie soll einen Text kommunizieren, Architektur soll es Menschen ermöglichen, zu wohnen oder zu arbeiten.
Dem stellt er die marktschreierischen Websites gegenüber, die sich selbst in den Vordergrund stellen, ohne wirklich kommunizieren zu wollen.
Samstag, 04. August 2007
Momente in Pixeln
Neulich war ich seit langem wieder bei einem Konzert. Die Musik (Jethro Tull) war toll, ich stand in der ersten Reihe, das Erlebnis war entsprechend intensiv. Allerdings habe ich an diesem Abend live erlebt, was mir schon bei Konzertübertragungen im Fernsehen immer wieder auffiel: viele Besucher scheinen ständig nur zu fotografieren.
Anscheinend ist das nicht nur auf Konzerte beschränkt und fällt nicht nur mir negativ auf. Bei Signal vs. Noise bin ich auf einen Beitrag aufmerksam geworden, der das selbe Phänomen aus der Sicht von Ben Bridwell, dem Sänger der Band Band of Horses, beschreibt. Bei einem Konzert war er wohl so genervt von der Situation, dass er eine einzelne Zuschauerin von der Bühne aus angeschnauzt hat.
Bridwell scheint es mit der Mäßigung im sprachlichen Ausdruck nicht allzu ernst zu nehmen, aber eine Aussage von ihm finde ich bemerkenswert:
So I’m sitting there — now they’re really interested in this one song — and they still won’t make eye contact, looking through their little lenses, taping this one song for their blogs or for their fucking YouTube [accounts] or whatever, and it was just so annoying (Quelle)
Genau wie Bridwell kann ich es nicht nachvollziehen, warum man einen intensiven Augenblick während eines Konzerts lieber durch das Objektiv einer Kamera oder das Display eines Handys erleben möchte als ihn ungefiltert und mit allen Sinnen auf sich wirken zu lassen. Die Umstehenden bei Jethro Tull haben immer dann die Handys und Kameras gezückt, wenn Ian Anderson in unsere Richtung kam, wenn also das Liveerlebnis am besten sein könnte. Ich mag mich irren, aber aus meiner Sicht kann man solche Momente nicht wirklich erleben, wenn man durch ein elektronisches Gerät schaut.
Anscheinend geht es in erster Linie darum, den Augenblick in Pixeln festzuhalten. Warum? Um ihn später prahlend vorzeigen und „beweisen“ zu können? Um ihn schnellstmöglich auf YouTube hochzuladen, wie Ben Bridwell annimmt? Ich weiß es nicht. Aber die Leute kommen nicht auf die Idee, dass auch ihr Gehirn ein intensives „mentales Foto“ machen könnte, wenn sie nur alle Aufmerksamkeit auf den Moment richten würden. Und dieser Eindruck ist noch nach Jahrzehnten präsent, wenn niemand mehr an ein hingerotztes digitales Foto oder ein schlechtes Livevideo denkt.
Auch wenn sich Bridwell in der konkreten Situation und in seiner Ausdrucksweise im Interview nicht angemessen äußert, kann ich doch seinen Ärger als Künstler verstehen. Das ständige Fotografieren und Filmen wirkt respektlos und oberflächlich.
Donnerstag, 02. August 2007
Richtig schön schreiben
„Type is what language looks like.“
Mit diesem schönen Satz beginnt Ellen Luptons ebenso schönes Buch Thinking with Type.
Typographie hat es mir angetan. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie schön manche Buchstaben geschnitten sind, wie sie wirken können und wie subtil gute Schriftenentwerfer (oder besser type artists) mit winzigen Änderungen in der Strichstärke oder mit den Winkeln von Serifen spielen.
Ein Beispiel für hervorragende „Alltagstypographie“ ist die Zeitschrift The Economist, welche die ITC Officina von Erik Spiekermann für Überschriften und Navigation sowie eine eigens für die Zeitschrift gestaltete Type für den Fließtext meisterhaft verwendet. Das ist in jedem Artikel Profi-Arbeit, wie sie sein soll (so weit ich das beurteilen kann).
Wer etwas über Typographie im Web und auf Papier lernen möchte, kann z.B. bei Gerrit van Aakens schönen ‚Freie Schriften‘-Essays beginnen, in denen er kostenlose Schriften vorstellt. In weiteren Essays stellt er verschiedene typographische Aspekte dar (einfach mal durch die Liste stöbern). Vor allem den Sonderzeichen Essay sollten man ausführlich wirken lassen.
Noch detaillierter wird es bei Richard Rutters The Elements of Typographic Style Applied to the Web. Hier kann man sich richtig vertiefen.
Ellen Luptons oben genanntes Buch Thinking with Type ist ebenfalls zu empfehlen genauso wie Erik Spiekermanns ÜberSchrift (auch wenn der englische Titel deutlich schöner ist: Stop stealing sheep and find out how type works.