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Begeisterung

Bei Vorträgen, Präsentationen, in der Schule, am Arbeitsplatz möchte man selbstbewusst Auftreten. Man möchte seine Zuhörer beindrucken, Sicherheit und Kompetenz ausstrahlen. Wer das kann, wird bewundert, dem wird anerkennend auf die Schulter geklopft.

Aber haben Sie schon mal jemandem zugehört, der irgendwie “zu selbstbewusst” war? Bei dem Sie das Gefühl hatten, es geht nicht um die Sache, sondern um die Präsentation der Person? Dann schlägt der positive Eindruck schnell ins Negative um.

Ich habe bei Wishful Thinking gerade einen schönen Artikel gefunden, der anstelle des “Selbstbewusstseins“ (confidence) die “Begeisterung“ (enthusiasm) hervorhebt — und ich kann dem Autor nur zustimmen.

Die besten und überzeugendsten Lern- und Aha-Erlebnisse hatte ich, wenn jemand mit echter Begeisterung am Werke war. Dann springt der Funke über, man fängt Feuer und möchte mitmachen. Hier gibt es etwas, das den Einsatz lohnt.

Und auch umgekehrt habe ich beim Unterrichten, bei Vorträgen oder bei Referaten an der Uni die positivsten Rückmeldungen erhalten, wenn ich selbst mit Enthusiasmus bei der Sache war.

Mark McGuinness von Wishful Thinkign packt das prägnant in 5 Reasons Why Enthusiasm is Better than Confidence

  1. Confidence is about you – enthusiasm is about your subject
  2. Confidence is about you (again) – enthusiasm is about others
  3. Confidence is impressive – enthusiasm is infectious
  4. Confidence is certain – enthusiasm is creative
  5. Confidence is serious – enthusiasm is fun

Lesen!

Geschrieben am frühen Abend, 11. Januar 2007
Abgelegt unter Gedanken

1Marvin schrieb am 11. Januar 2007, 19:25 h    # 

Hmmm, so dogmatisch würde ich das nicht sehen! Ich habe auch schon begeisterte Menschen ohne Selbstbewusstsein reden hören und die wirkten eher niedlich als ansteckend. Wer nicht wenigstens “normal” selbstbewusst ist, kann (mich) schlecht überzeugen; mir fehlt dann die Stimme, die mich dem Enthusiasmus folgen lässt… ;)
Grundlegend stimme ich mit dem Artikel (nur überflogen!) aber überein!
Gruß Marvin

2ak schrieb am 11. Januar 2007, 19:34 h    # 

Ok, ich denke, Du hast recht.

Ich bin beim Lesen davon ausgegangen, dass Begeisterung der nächste Schritt nach Selbstbewusstsein ist, dass sie also zusätzlich zum Selbstbewusstsein vorhanden ist/sein muss.

3Marvin schrieb am 11. Januar 2007, 20:28 h    # 

Gut, nach der Grundannahme ist es schlüssig und ich kann es (und will es) nicht mehr einschränken!
Gruß Marvin

4Submag schrieb am 31. Januar 2007, 00:41 h    # 

wenn ich ehrlich bin gibt es wenig reden und vorträge an die ich mich gerne zurück erinnere. entweder waren sie leblos heruntergebetet, oder der funken beim rezipienten konnte einfach nicht gezündet werden. was ich übrigens am wichtigsten finde ist der bildhafte vortrag. erst wenn man als zuhörer das erzählte in bilder wandeln kann, kann man den inhalt einer rede auch weiter transportieren und sich im nachhinein darüber nochmals gedanken machen.

5ak schrieb am 31. Januar 2007, 14:02 h    # 

Ich würde auch sagen, dass nur die wenigsten Reden und Vorträge wirklich anregend und lohnend sind. Es dauert einfach ziemlich lange, einen wirklich guten Vortrag vorzubereiten – und diese Zeit hat man im Alltag nicht immer oder man ist nicht bereit sie aufzubringen.

Bildhaft ist sicherlich ein wichtiger Punkt – ohne Bilder haben sich die Inhalte in kürzester Zeit wieder verflüchtigt und der Vortrag hinterlässt wenig bleibende Substanz.

6Micha schrieb am 1. März 2007, 18:50 h    # 

Die Zeit, die liebe Zeit… Ja klar, gute Vorträge haben sehr viel mit guter Vorbereitung zu tun.
Aber (und um gleich mal mit einem Bild zu kommen): nur wenn jedes Puzzleteil vorhanden ist, wenn angemessene Rhetorik, mit Bedacht ausgewählte Visualisierungen, eine glaubhafte Rednerpesönlichkeit und eben auch eine gewisse Begeisterung für die Sache nahtlos ineinandergreifen, erst dann sind Vorträge – ja was eigentlich? – perfekt?
Perfektion ist allerdings lediglich ein Ziel, dass nie wirklich erreicht werden kann und eben aufgrund der meist beschränkten Zeit muss man die so oft zitierten Prioritäten setzen. Wie man diese nun auswählt, das sei einem unbenommen, aber eine Schwerpunktsetzung ist hier unumgänglich. Vor diesem Hintergrund finde ich diese Art von formulierten Gedanken, wie “Begeisterung ist beser als Selbstbewusstsein” doch sehr hilfreich: ist meine momentane Schwerpunktsetzung optimal für das was ich erreichen möchte, oder könnte ich evtl. größeren Erfolg haben, wenn ich mich auf einen anderen Vortragsaspekt konzentieren würde? Ein Denkanstoss, nicht mehr, aber auch nicht weniger, sind solche Artikel für mich – ich wollte sie nicht missen und kann gerade aus den o.g. Anregungen momentan ein wenig Nutzen ziehen.