Dateiverwaltung unter Mac OS X mit Pathfinder
Der Finder in Max OS X überzeugt durch seinen klaren Aufbau und die Reduzierung auf das Wesentliche. Für die meisten Benutzer ist das sicherlich ein Vorteil, doch wer regelmäßig aufwändigere Aktionen mit Dateien, Gruppen von Dateien und Ordnern durchführt, stößt im Finder schnell an Grenzen. Unter Windows hatte ich eine sehr effektive Arbeitsroutine mit dem Programm Idoswin Pro entwickelt. Idoswin ist bis ins Detail kofigurierbar und hat viele Funktionen wie z.B. das Packen und Entpacken von Archiven, die Möglichkeit, zwei Ordner parallel geöffnet zu zeigen, komfortables Sortieren und Anpassen der Datei- und Ordnerdarstellung etc.
Beim Umstieg auf den Mac fehlte mir zunächst ein Programm, das ähnlich vielseitig und komfortabel ist. Inzwischen bin ich jedoch fündig geworden: Pathfinder ist ein deutlich aufgerüsteter Finder, der mich gänzlich überzeugt. Die Funktionsvielfalt ist enorm, so dass Pathfinder eher für „Poweruser“ geeignet ist, die ein Programm gerne bis ins letzte den eigenen Ansprüchen anpassen. Allerdings ist das Design und die Benutzeroberläche von Pathfinder so gut, dass auch Einsteiger in der Grundeinstellung gut damit zurecht kommen können. Ich selbst entdecke nach sechs Monaten immer noch Features, von denen ich bisher noch nichts geahnt hatte.
Hier einige der für mich wichtigsten Funktionen.
Eine übersichtliche und dennoch bis ins Detail anpassbare Benutzeroberfläche mit mehreren Bereichen, die man einzeln belegen kann. Pathfinder ist in Layout an Apple Mail angelehnt und hat links eine Seitenleiste, die als Grundeinstellung das sogenannte „Regal“ (Shelf) enthällt. Dieses dient dem schnellen Zugriff auf häufig verwendete Ordner und entspricht der Seitenleiste im Finder. Darüber hinaus enthält die Seitenleiste aber auch noch weitere Funktionen und kann auch (wie praktisch alle Bereiche der Benutzeroberfläche) komplett umgestaltet werden, wenn der Benutzer das möchte.
In der Seitenleiste links oben gibt es eine Ablagefläche für Dateien, die man einfach per Drag-and-Drop befüllen kann, um die Dateien dann später zusammen oder einzeln weiter zu bearbeiten. Dieser sogenannte „Drop-Stack“ (also Ablagestapel) ist insofern praktisch, als er immer sichtbar und daher stets für Drag-und-Drop Aktionen verfügbar ist. Ich kann also z.B. zwei Dateien aus dem Ordner „Korrespondenz“ dorthin ziehen, dann in den Ordner „PDFs“ wechseln und von dort drei PDF-Dateien dem Ablagestapel hinzufügen, aus beliebig vielen weiteren Ordnern weitere Dateien hinzufügen und diese dann entweder gemeinsam als Gruppe weiterverarbeiten oder einzeln aus dem Stapel wieder herausnehmen.
Pathfinder benutzt Tabs, in denen mehrere Ordner gleichzeitig geöffnet sein können. Man kann z.B. Dateien auf einen Tab ziehen, um sie an den betreffenden Ort zu kopieren oder zu verschieben. Die Tableiste ist (wie in den meisten Browsern) standardmäßig oben entlang der Hauptarbeitsfläche angeordnet, kann aber auch vertikal ausgerichtet werden. Tabs kann man mit der Maus umsortieren und einzeln schließen. Man kann auch Ordner per Kontextmenü oder durch Befehl + Klick in einem neuen Tab öffnen.
Vielfältige eingebaute Vorschaufunktionen z.B. für Textdateien, Bilder, PDFs, die oft auch noch einfache Bearbeitungsfunktionen beinhalten, erleichtern das schnelle Sichten auch größerer Mengen von Dateien.
Die Darstellung von Dateilisten und Ordnern lässt sich bis ins Detail anpassen einschließlich der Möglichkeit, Ordner stets am Anfang einer Liste zu gruppieren (diese Funktion habe ich an Windows sehr geschätzt und bin im Finder immer wieder irritiert, wenn die Ordner in die alphabetische Sortierung der Dateien hinein genommen werden). Mit Pathfinder kann man z.B. Ordnernamen stets fett darstellen, den Hintegrund von Zeilen abwechselnd einfärben, die Schriftgröße, Schriftart und Farbe der Dateilisten festlegen und vieles mehr.
Pathfinder zeigt stets eine hierarchische Pfadansicht des gerade geöffneten Ordners an, mit der man sehr einfach auf eine höhere Hierarchieebene zurück wechseln kann. Beim Zurückspringen bleibt die bisher tiefste erreichte Ebene erhalten, so dass ich die Leiste auch benutzen kann, um zwischen Ordnerebenen hin- und her zu navigieren. Ähnlich nützlich ist der Ordnerverlauf, in dem alle geöffneten Ordner mitgeloggt werden, so dass ich schnell wieder einen Ordner finde, mit dem ich vor ein paar Minuten gearbeitet habe, auch wenn er im Dateisystem „weit weg“ von der Stelle ist, an der ich mich gerade befinde.
Ordner können in eine „Bookmarkleiste“ gezogen werden, um sie fortan als hierarchische Dropdown-Menüs zu nutzen, wie man das von Bookmarkordner in Safari kennt.
Pathfinder kann auch viele Archivformate einfach per Doppelklick entpacken und selbst zip-Archive erstellen.
Das Programm ist Shareware und meines Erachtens den Preis von $ 34,90 wert.
Ich habe das Ding jetzt ein paar Stündchen benutzt und muss sagen, dass es wirklich außerordentlich praktisch ist. Dabei muss man für die mitlesende Windows-Gemeinde anmerken, dass der Mac-Finder (entspricht dem Windows-Explorer) schon von Haus aus ziemlich ergonomisch bedienbar ist; der Pathfinder aber setzt wirklich einen neuen Maßstab. Besonders erfreulich ist auch die Integration des Terminals. Also danke nochmals für den Tipp!
Gerne – ich möchte Pathfinder auch nicht mehr missen.
Hallo,
meine Seitenleiste unter MAC OSX 10.4.10, ist plötzlich defekt.
Sie war aufeinmal leer und es lässt sich auch nichts reinziehen.
Im Menü Seitenleiste, kann ich auch die unteren Ordner wie Programme ect. nicht anklicken.
Geht einfach nix mehr.
Und ohne das Ding ist das arbeiten eine Quqal.
Habe meinen Rechner geprüft, hatte Fehler beim Beenden, die aber repariert wurden.
Wie krieg ich meine Seitenleiste wieder zum laufen?
Hat jemand eine Idee?
Grüße von Grit
Ich hatte ein ähnliches Problem – hast Du zufällig die CocoaSuite (Mausgesten etc.) installiert? Das war bei mir das Problem. Am besten kontaktierst Du die Entwickler mit Details.






Toller Tipp!