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Drag and Drop Tipps für Mac OS X

Mac OS X lässt den Benutzer ziemlich intuitiv mit Dateien arbeiten und verwendet eine Reihe von Metaphern aus der Nicht-Computer-Welt, um Prozesse in der Software verständlich zu machen. Die Human Interface Guidelines erwähnen diesen Umstand sogar explizit in einem grundlegenden Abschnitt über Designprinzipien.

Ein Beispiel dafür ist das Ablegen von Fenstern im Dock, das durch die Animation dazu beiträgt, dass man weiß, „wo“ das Fenster „liegt“. Durch die Betonung der Dynamik des Vorgangs verschwindet das Fenster nicht einfach, sondern wird an einem Platz „deponiert“, an den sich der Benutzer gut erinnern kann. Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von Schatten um anzuzeigen, welches Fenster vor einem anderen liegt. Auch diese Metapher ist aus dem Alltag übernommen und ermöglicht es, intuitiv mit den Elementen der Benutzerobefläche zu arbeiten.

Drag & Drop ist ein weiteres Beispiel für eine Alltagsmetapher: wenn man mit Dingen hantiert, nimmt man sie in die Hand, bewegt sie woanders hin und legt sie wieder ab. Mac OS X ermöglicht Drag & Drop ziemlich konsequent in den verschiedensten Bereichen des Systems. Zwei davon finde ich besonders hilfreich und zeitsparend.

Datei-Icon in der Titelleiste eines Fensters

In einem typischen Dateifenster, z.B. in Word, steht oben in der Titelleiste der Dateiname und davor ein Datei-Icon. Dieses Icon kann man mit der Maus „greifen“ und damit die Datei selbst bewegen. (Das funktioniert übrigens nur, wenn die Datei seit dem Speichern nicht mehr verändert wurde.)

Das ist in vielen Situationen praktisch: wenn man z.B. an einem Word-Dokument arbeitet und dieses dann per Mail verschicken möchte, kann man eine neue Mail beginnen und anschließend das Icon der Word-Datei greifen, per Command (Apfel) + Tab zu Mail wechseln und das Icon (sprich: die Datei) dort im Mailfenster ablegen.

Wer Command (Apfel) + Tab nicht mag: das funktioniert auch mit Exposé, d.h. man bewegt die Maus samt „gepackter“ Datei in die für Exposé aktive Bildschirmecke, bewegt sie dann über das Zielfenster und lässt die Datei dort los. Das klingt in Worten übrigens komplizierter als es in der Praxis ist.

Datei-Upload im Browser

Seit Safari 3.0 (und damit auch in allen anderen Browsern, die die entsprechende Version von WebKit benutzen, z.B: OmniWeb) unterstützen auch die Datei auswählen Buttons im Browser Drag & Drop. Einfach eine Datei auf dem Button ablegen, um sie für den Upload auszuwählen.

Ideal funktionieren beide Funktionen zusammen: ich arbeite z.B. oft in Word an einer Datei und möchte sie anschließend in Basecamp hochladen. Zu Windows-Zeiten musste ich die Datei speichern, in den Browser wechseln und mich durch meine ziemlich tiefe Ordnerstruktur klicken, um die Datei auszuwählen. Heute ist das eine Sache weniger Sekunden per Drag & Drop.

Geschrieben am frühen Nachmittag, 07. Februar 2008
Abgelegt unter Mac

1Jeena Paradies schrieb am 7. Februar 2008, 20:35 h    # 

Aaaaah, wie geil ist denn das? Ich muss zugeben ich wäre von selbst nie drauf gekommen das mal zu probieren weil ich nie gedacht hätte dass die Programmierer so weit denken würden ;-)

2Julian Schrader schrieb am 10. Februar 2008, 19:44 h    # 

Wow, die Kombination ist ja echt genial. Ist mir noch gar nicht aufgefallen — danke für die Zeit, die ich in Zukunft sparen werde!

3Tim schrieb am 26. Februar 2008, 20:57 h    # 

Solche Design-Guidelines sind echt wichtig.
Je mehr ein eine Oberfläche intuitiv zu bedienen ist, desto eher wird das Programm verstanden und genutzt.

Ich kann mich noch erinnern, als Windows mit Drag and Drop angefangen hat. Da konnte man seine Dateien einfach ins Programm reinziehen, oder einfach zum kopieren vom einen Fenster in das andere Fenster ziehen.

Es gibt schon gute Erfindungen. Und die sind sogar meist, von der Idee her, sehr simpel.

4vaikava schrieb am 16. März 2008, 18:07 h    # 

Nicht Alt + TAB, sonder Command (Apfel) + TAB!

5Andreas Kalt schrieb am 16. März 2008, 18:43 h    # 

Danke vaikava, ich habe den Fehler korrigiert.