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Präsentationen mit Opera (1)

Für die Erstellung von Präsentationen ist PowerPoint in der Regel die erste Wahl. Das geht soweit, dass der Begriff “PowerPoint Präsentation” schon synonym für das Halten eines Vortrags mit Beamerunterstützung ist. PowerPoint kann fast jeder auf Anhieb bedienen und außerdem hat man es ja ohnehin mit Office auf dem Rechner.

Opera Show Banner

Die Qualität der Präsentationen leidet aber häufig darunter, dass man sich über die Darstellung praktisch überhaupt keine Gedanken machen muss, sondern gleich loslegen kann. Edward Tufte hat über dieses Problem vor einiger Zeit einen Essay verfasst.

Wie die meisten Allerweltswerkzeuge ist PowerPoint weniger geeignet, wenn die Ansprüche etwas höher oder die Aufgabe etwas ungewöhnlicher ist. Als ich vor einiger Zeit meine Examensarbeit vorstellen sollte, stand ich vor dem Problem, dass ich Flash-Filme in die Präsentation integrieren wollte. Das beherrscht PowerPoint zwar theoretisch, in der Praxis stürzte es aber bei jedem der zahlreichen Versuche ab.

Zwar hat auch OpenOffice ein Präsentationsprogramm, bei dem der Flash-Import auch problemlos funktionierte. Doch ich hatte nur einen Tag Zeit für die Erstellung von Vortrag und Präsentation, so dass ich es mir nicht leisten konnte, zuerst noch die fortgeschrittenen Funktionen eines mir völlig neuen Programms zu erkunden.

Ich erinnerte mich, dass der Opera Browser eine Funktion names Opera Show enthält, mit der man XHTML-Dokumente als Präsentationen verwenden kann. Opera bietet dazu ein schönes Tutorial an.

Da ein XHTML-Dokument schnell erstellt ist und ich mit CSS auch meine Vorstellungen vom Design der Präsentation realisieren konnte, setzte ich auf Opera.

Wie funktioniert OperaShow?

Zunächst einmal: Opera kann jedes XHTML-Dokument in eine Präsentation verwandeln, wobei semantisch korrekt ausgezeichnete Dokumente am besten geeignet sind. Der Präsentationsmodus wird eingeschaltet indem man F11 drückt, was bei anderen Browsern lediglich die Vollbildansicht aktiviert, bei Opera aber zusätzlich das CSS-Attribut media="projection" aktiviert und ein internes Stylesheet anwendet.

Dieses macht einen Seitenumbruch bei jeder größeren Überschrift, so dass ein langes Dokument in mehrere “Folien” aufgeteilt wird. Mit den Tasten “Bild auf” und “Bild ab” springt man zur nächsten bzw. zur vorigen Folie.

Um die Darstellung etwas besser kontrollieren zu können, setzt man am besten das CSS-Element page-break-before ein, das man z.B. jedem<h2>-Element zuordnen kann. So bricht Opera vor jeder Folienüberschrift um. (<h1> verwende ich für den Titel des Vortrages).

Zum besseren Verständnis schaut man sich am besten das XHTML-Dokument (Achtung! Es werden einige große Flash-Dateien geladen. Man kann aber ruhig abbrechen, bevor das ganze Dokument geladen ist) und das dazugehörige Stylesheet an.

In Opera nun einfach F11 drücken und zur Sicherheit noch mal Reload (F5). Ich habe festgestellt, dass einige Elemente erst nach dem Aktualisieren der Seite richtig angezeigt werden. Nun kann man per “Bild auf” und “Bild ab” durch die Folien hüpfen.

Und das Beste: wenn man die Seite mit einem anderen Browser ansurft oder Opera im normalen Modus verwendet, sieht man ein ganz normales wenn auch etwas langes XHTML-Dokument, durch das man srollen kann, wie durch jede andere Webseite.

Geschrieben nachmittags am 11. Mai 2004
Abgelegt unter Opera Browser & Opera Browser

1Meep schrieb am 11. Mai 2004, 17:15 h    # 

Ich muss korrigieren! Es heißt "eine Powerpoint machen" als Synonym zum Präsentieren mit dem Beamer. Das schöne daran aber ist, dass man z.B. auch mit Acrobat im Vollbild oder wie eben sehr schön beschrieben mit Opera im Präsentationsmodus eine Powerpoint machen kann. Das merken die nämlich nicht. ;-)

2-thh schrieb am 12. Mai 2004, 11:48 h    # 

Meep: "Eine Powerpoint machen"? *schauder* Das klingt ja entsetzlich! - Und ich dachte, der promovierte Wirtschaftsinformatiker, der uns in Speyer das Zusammenklicken von Präsentationen nahebringen sollte und wunderbar vorgeführt hat, wie man eine Seite mit Spielereien und ungezählten Schriftarten und Effekten zuballern kann, sei schon das Maximum dessen, was einem passieren kann. *seufz*

3Dr. Web Weblog &raquo; Opera 7.50 schrieb am 12. Mai 2004, 17:16 h    # 

[...] s Website führen gar einige Links ins Leere. Passend zumThema gibt es einen Link zu Andreas Kalt, der uns Opera als Ersatz für Powerpoint vorstellt [...]

4Dr. Web Weblog schrieb am 12. Mai 2004, 17:16 h    # 

Opera 7.50
Die Version 7.50 ist fertig. Wer eine englische Version möchte, kann jetzt zuschlagen. Derzeit ist der Andrang groß, auf Operas Website führen gar einige Links ins Leere.

Passend zumThema gibt es einen Link zu Andreas Kalt, der uns Opera als Ersatz...

5TS schrieb am 16. Mai 2004, 19:59 h    # 

Opera ist auch mein favorisiertes Programm zur Illustration von Vorträgen - und meist fällt das erst dann auf, wenn am Schluß jemand auf den Rechner schaut ;)
Neben der besser möglichen Inhaltsstrukturierung außerhalb des PP-WYSIWYG-Geblätters zeigte sich ein großer Vorteil als der Beamer einmal nicht mit dem Laptop zurechtkam und die Bildränder verloren gingen: Einfach kurz die CSS-Datei der Präsentation mit einem entsprechenden Rand bestückt und schon war das Problem umgangen...