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Wie sollten Computer in der Schule genutzt werden?

Richard Heinen, der Chefredakteur von Lehrer Online, hat meinen Beitrag zur Notebooknutzung an einer amerikanischen Schule in seinem Weblog aufgegriffen. Aus dem Trackback ist ein interessanter Austausch darüber entstanden, wie man Computer in der Schule sinnvoll einsetzen könnte.

Da es zu diesem Thema unsrerer Meinung nach noch Diskussionsbedarf gibt, möchten wir den Austausch in die Weböffentlichkeit verlegen in der Hoffnung, dass sie auch für andere interessant ist. Ideen, Widerspruch und Anregungen sind sehr willkommen!

Im folgenden stammen die eingerückten Zitate von Richard Heinen, der übrige Text von mir.

Ich will nicht sagen, dass ich unbedingt in jeder Klasse Notebooks haben will. Aber ich glaube schon, dass sich der Nutzen von Computern im Unterricht vor allem dann bemerkbar macht, wenn ich ihn dann hernehmen kann, wenn ich ihn
haben will.

Das macht Sinn. Auch für mich ist oft das Problem, bei der Planung nicht sicher zu sein, ob in der betreffenden Stunde der Computerraum frei ist oder nicht. Ich kann mich natürlich auch oft nicht darauf verlassen, dass alle Schüler problemlos Zugang zu einem Computer oder dem Internet haben. Diese Probleme wären in einer Notebookklasse natürlich nicht vorhanden.

Von daher halte ich es schon für sinnvoll, alle Schüler einer Klasse mit einem eigenen Notebook auszustatten.

Wenn das Konzept dahinter stimmt.

Der Nachsatz zum stimmigen Konzept ist für mich entscheidend. Ich bin selbst sehr enthusiastisch im Ausprobieren und Einsetzen von Computertechnologien, allerdings sehe ich auch, dass die Gesellschaft (und leider auch viele meiner Kollegen) zunehmend davon ausgehen, dass der Computer grundlegende Fertigkeiten überflüssig mache. In einer Diskussion fiel neulich ernsthaft der Satz, dass Rechtschreibkenntnisse in den Zeiten der Rechtschreibprüfung doch eigentlich nicht mehr so wichtig seien.

Ich neige daher momentan dazu, lieber etwas zu konservativ als zu progressiv zu sein. Im Zweifelsfall ist wohl guter Unterricht auch mit Buch, Heft und Tafel möglich, solange die Schüler grundlegende Fertigkeiten lernen. Der Computer wäre sicher oft eine zusätzliche Hilfe, aber ohne ein sicheres Fundament von grundlegenden Fertigkeiten (lesen, handschriftlich korrekt schreiben, Umgang mit gedruckten Texten etc.) ist er nur ein teures Spielzeug (siehe mein Blogbeitrag zu besagter Amerikanischer Schule).

Möglichkeiten des Computereinsatzes ohne Notebookklassen

Im Alltag setze ich das sogenannte Learning Management System Moodle und Basecamp ergänzend zum Unterricht ein. Im Englischunterricht stelle ich so z.B. Links zu passenden Online-Übungen oder auch selbst erstellte Hot Potatoes Übungen zur Verfügung. Hin und wieder gibt es Stunden, in denen ein Beitrag in dieser von mir „Online-Klassenzimmer“ genannten Plattform der Ausgangspunkt für einen Rechercheauftrag mit anschließender Auswertung am Computer ist.

Ideen habe ich dazu einige. Allerdings bin ich immer noch im Stadium des Ausprobierens. Das ist an sich nicht weiter schlimm, doch bei der Aufmerksamkeit, die der Computereinsatz in der Schule seitens der Medien und der Politik bekommt, würde ich mir wünschen, es gäbe bereits mehr fundierte didaktische Ideen dazu. Oder gibt es die und ich kenne sie nicht? Eine kurze Suche bei amazon.de zu ‚Internet im Unterricht‘ bringt einige Titel zutage. Manche davon hatte ich auch schon in der Hand, allerdings konzentrieren sich die meisten auf den ersten Kontakt von Lehrern mit dem Internet (Basiswissen) bzw. auf praktische Beispiele.

Eine „Didaktik der neuen Medien“ fehlt meines Erachtens noch. Die Bücher, die ich kenne, thematisieren mehr den Aspekt der Umsetzung und weniger den didaktischen Mehrwert, der sich erzielen lässt. Der wird oft fraglos vorausgesetzt.

Ich hoffe, wir machen das auf Lehrer-Online.de besser. Auch da gab es Zeiten, vor 3-4 Jahren, da hatten wir viele Autoren, die – wie ich sie nenne – Schrauber waren. Aus einer technischen Begeisterung wurden oft Medien eingesetzt – das waren oft auch sehr gute Einheiten, die da entstanden. Heute aber haben wir oft Lehrer, die aus didaktischen Überlegungen zum Computer gefunden haben.

Ich denke, dass viele Kollegen tragfähige didaktische Konzepte zum Computereinsatz in der Praxis entwickeln. Das ist ja grundsätzlich auch ein valider Ansatz (ich habe zu viele theorielastige und unbrauchbare Didaktikbücher lesen müssen, als dass ich zuerst nach einer Theorie schreien würde). Allerdings bietet eine fundierte Zusammen- und Gegenüberstellung der Konzepte eben doch eine Richtschnur.

Gibt es hierzu Ideen? Veröffentlichungen? Konzepte aus der Praxis? Wenn hier jemand mitliest, der dazu etwas beizutragen hat, würden wir uns sehr freuen!

Geschrieben vormittags 12. April 2007
Abgelegt unter Schule & Gedanken

1Julian Schrader schrieb am 12. April 2007, 13:08 h    # 

Ich bin Schüler und finde diese Diskussion ebenfalls sehr spannend.

An unserer Schule wird auch vereinzelt Moodle eingesetzt — mit mäßigem Erfolg. Meiner Meinung liegt es mit daran, dass diese Plattformen immer nur in einem unfertigen, experimentellen Zustand sind bzw. nicht “komplett” und einigermaßen ansehnlich gestaltet werden. Natürlich muß man einiges in Realsituationen im Unterricht usw. ausprobieren, doch mir kommt es immer so vor, als würde nur zum Selbstzweck in Richtung e-Learning operiert.

Ich denke, dass man nicht auf Teufel komm raus etwas modernes machen darf — es muss auch eine vernünftige Struktur haben und bis zum Ende durchdacht sein. Nicht nur bis zum Ende eines offenbar zu knapp bemessenen Budgets.

Ich würde mehr Computereinsatz in der Schule voll und ganz begrüßen — es muss jedoch ein ordentliches Konzept dahinter stehen.

2Jochen schrieb am 13. April 2007, 16:51 h    # 

> Der Nachsatz zum stimmigen Konzept ist für mich entscheidend.

Ich finde es merkwürdig, dass man bei der Verwendung von Notebooks immer donnernde “Konzepte” verlangt, während bei einem stinknormalen Computerraum jeder die Sinnhaftigkeit automatisch voraussetzt.

Mal abgesehen von allen anderen Aspekten, finde ich Notebooks im Alltagseinsatz wesentlich praktischer als einen eigenen Computerraum. Ich brauche den PC z.B. in den seltensten Fällen die GANZE Stunde, vielleicht nur für den Einstieg, vielleicht zwischendurch mal. Durch den Gang durchs Schulhaus verliere ich schon mal Zeit. Allein durch die Anordnung der Tische bzw. Stühle ist zumindest unser Computerraum für einen “kommunikativen” Fremdsprachen-Unterricht völlig ungeeignet. Die Schüler sitzen mit dem Rücken zu mir, sind viel zu weit weg, teilweise durch Monitore verdeckt usw. Mit mobilen Notebooks (die ich mit einem Wagerl ins Klassenzimmer schiebe) habe ich all diese Probleme nicht.

3ak schrieb am 13. April 2007, 17:24 h    # 

Ich finde es merkwürdig, dass man bei der Verwendung von Notebooks immer donnernde “Konzepte” verlangt, während bei einem stinknormalen Computerraum jeder die Sinnhaftigkeit automatisch voraussetzt.

Der Computerraum ist aus meiner Sicht insofern anders zu bewerten, weil ihn niemand nutzen muss, wenn er es nicht möchte oder kann. Im Alltag ist seine Nutzung einigermaßen sporadisch, auf einzelne Anwendungsfälle beschränkt.

Wenn eine Klasse mit Notebooks ausgestattet wird, dann werden diese ja – nehme ich an – deutlich häufiger zum Einsatz kommen als zuvor der Computerraum. Insofern sollte schon ein abgestimmtes Konzept vorhanden sein. Einige Fragen die mir spontan einfallen und die vor Einführung einer Notebookklasse geklärt sein müssen:

* Ersetzen die Notebooks die Hefte?

* Werden die Notebooks in allen Fächern benutzt?

* Gibt es Internetzugang im Klassenzimmer, vielleicht sogar WLAN?

* Wenn ja, ist dieser immer offen oder nur zu bestimmten Zeiten?

* Wie ist das Notebook in den Unterricht eingebunden?

* ...

All das – und sicherlich noch einiges mehr – geklärt zu haben, ist für mich ein “Konzept”, ohne das ich mir den gewinnbringenden Einsatz von Notebooks schwierig vorstelle.

Oder sehe ich Notebookklassen zu absolut? Ist der Rechner da lediglich ein weiteres “Schulheft/Schulbuch/Arbeitsmittel”, das ab und zu verwendet wird und parallel zu den traditionellen Arbeitsmitteln eingesetzt wird?

4Hokey schrieb am 13. April 2007, 20:52 h    # 

Oh. Die letzten beiden Beiträge wurden mir gerade noch nicht angezeigt und ich habe vergessen, meinen Namen unter den Beitrag zu setzen.

5Hokey schrieb am 13. April 2007, 20:54 h    # 

Tschuldigung, hatte gerade vermeintlich einen längeren Kommentar geschrieben – mein Firefox-Cache spielt mir gemeine Streiche…

6Martin Roth schrieb am 14. April 2007, 13:10 h    # 

Aus meiner Sicht bleiben 4 wesentliche Grundfunktionen, bei denen der Computereinsatz wirklich hilft: 1. Kommunizieren (z.B. email) 2. Recherchieren, 3. Produzieren (fact sheet, schön gestaltetes Word – Dokument etc.) und 4. Präsentieren (Acrobate, Powerpoint, Website etc).
Bei 1 und 3 müsste jede/r SuS selbst aktiv sein und das sind in der Regel doch komplexere Aufgaben; bei 4. reicht in der Regel ein Rechner; bei 2 kann es ad hoc sein, dann reicht ein Rechner oder jeder sollte individuell daran arbeiten, auch dann wird es i. d. R. wiederum komplexer. Von Heißen Kartoffeln halte ich wenig, schon gleich gar nicht auf dem PC. Hier feiert doch eine Lerntheorie fröhliche Urständ, die mittlerweile mit ihrem Anspruch gut widerlegt ist. Vor allem lohnt es sich nicht, für ein paar Minuten Einsetzübungen ganze Klassen mit eigenen Laptops auszustatten.
Wenn ich von diesen Grundannahmen ausgehe, scheinen mir Laptop-Klassen kein effizienter Einsatz von Ressourcen zu sein. Mir scheint ein Laptop pro Klasse mit WLAN + Beamer und ein PC-Labor für eigenständiges Arbeiten sinnvoller und ressourcenschonender.

7Schulpilot schrieb am 15. April 2007, 01:14 h    # 

Computer im Unterricht sind für mich ein absolutes must have. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass ein halbwegs konzentriertes Arbeiten in einem Klassenverbund möglich ist, wenn jeder Schüler permanent mit einem Laptop ausgestattet ist. Ich würde innovative Konzepte beführworten, die den Computer fachübergreifend nach und nach immer stärker in den Unterricht einbringen, bis sich die Nutzung von und ohne Computer leztendlich die Waage halten.
Das größte Problem bei einer solchen Umstellung sind aber mit Sicherheit die Lehrkräfte, die mit solchen technischen Umstellungen wahrscheinlich größtenteils hoffnungslos überfordert wären.

8Uwe Klemm schrieb am 15. April 2007, 11:16 h    # 

Ein weites Feld… Einig sind wir uns ganz sicher darin, dass der Einsatz von Computern im Labor bzw. Notebooks (individuell bzw. per Ausleihe) an sich nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Das Spannende ist ja gerade, dass es derzeit viele interessante didaktische Ansätze, aber keine in sich geschlossene Didaktik (zum Glück!) gibt, es bleibt also genügend Raum zum Experimentieren. Und wie es beim Experimentieren so ist, gibt es trial, aber auch ne Menge error :-)
Wesentlich sind aus meiner Sicht einige Punkte: – die Technik, gleich welcher Art, muss problemlos verfügbar sein und zuverlässig funktionieren; – die instrumentalen Fertigkeiten sowohl der Schüler als auch der Lehrer im Umgang mit den Werkzeugen müssen hinreichend entwickelt sein – zumindest wenn man vorwiegend an Fachinhalten arbeiten will und nicht (integrativ oder vorwiegend) ITG betreiben will; – die Lehrer müssen sich, von mir aus auch experimentell, mit den didaktischen Möglichkeiten der eingesetzten neuen Medien auseinandersetzen: wenn ich permanent lehrerzentrierten Unterricht betreibe, wird er durch Ersatz des Tafelbildes durch Powerpoint per Laptop und Beamer nicht besser.
Bei allen genannten Punkten gibt es offensichtlich jede Menge Verbesserungsbedarf…
Im günstigsten Falle kann didaktisch sinnvolles Arbeiten mit Computern immens schüleraktivierend sein, die Potenzen zur Binnendifferenzierung scheinen mir erheblich zu sein. In meiner Erfahrung ist das gut möglich – aber nicht im Selbstlauf. Als besonders spannend empfinde ich die Veränderung meiner Rolle als Lehrer – ich werde (im besten Falle) schnell zu einer Art “facilitator” und im Unterricht selber eher zum Berater. Diese sehr angenehme Erfahrung habe ich immer wieder bei der Arbeit mit Webquests, wiki, Moodle, Blogs etc. gemacht.
Notebooks: Wünschenswert wäre schon das individuelle Notebook. Wir haben einen Klassensatz Notebooks zur Ausleihe (der von wenigen Kollegen genutzt wird :-( ) und das Haus funkvernetzt. Eigentlich eine elegante Lösung. Das Problem ist Organisation und Betreuung der Ausleihe. Über mehrere Jahre bin ich bei der Ausleihe Schülern und Kollegen hinterhergerannt (selbstverständlich ohne Abminderung und z.T. mit anmaßenden Reaktionen von Kollegen und Schülern, wenn mal was nicht klappte), das ist ziemlich frustig. Es könnte jetzt besser werden – wir bekommen eine Zivi-Stelle für diese und andere Aufgaben. Das sollte einiges leichter machen… Bei individuellen Notebooks hätte man das Problem nicht. Andererseits: In einer Zeit, in der die Lehrmittel-, Schulbibliotheks- und vergleichbare Budgets der Schulen nachgerade lächerlich sind, mag es zu Recht seltsam anmuten, die Investition in individuelle Schülernotebooks anzugehen…
Wie gesagt, an sich mehr als wünschenswert (gekoppelt an breite Fortbildung für die Kollegen – das ist für mich der eigentliche Knackpunkt, vor allem die Bereitschaft manches Kollegen), aber ob es in der Breite realistisch durchsetzbar ist…

9Richard schrieb am 17. April 2007, 17:22 h    # 

Hallo Uwe,
da sind viele interessante Aspekte drin. Ich finde, dass der Laptopwagen sicher auch eine sehr gute Hinführung zum schülereigenen Laptop sein können.

Der Knackpunkt scheint aber in der Fortbildung zu liegen, d.h. in der Heranführung der Kollegien. Und das ist wahrscheinlich auch gemeint, wenn ich für die Notebookklassen “Konzepte” vordere. Der Eltern finanzierte Rechner soll sicher auch “häufig” eingesetzt werden, weil die Eltern sonst fragen, warum sie die Investition machen.

Bin ich vielleicht einer der wenigen Lehrer, die den Computerraum mit einer Klasse nutzen, dann weiß ich, wahrscheinlich, was die Schüler können. Wenn ich aber eine Laptop-Klasse habe, dann muss ich mich auch darauf verlassen können, dass der Kollege wie vereinbar in Deutsch in der 5 Word oder in Mathe in der 7 Excel etc. eingeführt hat, so dass ich auf diesen Kenntnissen zB in meinem Geschichtsunterricht aufbauen kann. Und dann mache ich eben kein “ITG” mehr, sondern Geschichtsunterricht mit dem Laptop.

Viele der Schulen, die sich auf der Homepage des Arbeitskreis Notebooks zeigen, haben diese Konzepte zT in jahrelanger Arbeit entwickelt. Davon können sicher andere profitieren.

Und im Film merkt auch einmal ein Schüler sehr schön lakonisch an, dass es mit der Fortbildung am Anfang nicht ganz so geklappt hat. Aber auch das darf vorkommen. Oder?

10micha schrieb am 19. April 2007, 10:04 h    # 

Auch ich würde mir als technikaffiner Leher wünschen, dass der Computer in Form von Notebooks – bzw. noch besser TabletPCs – als Ubiquität angesehen werden kann. Allein, es fehlt der Glaube!
... daran, dass die Eltern meiner Schüler allesamt ein Notebook anschaffen – manche haben noch nicht einmal einen PC, viele kein Internet!
... daran, dass an meiner Schule jemand sich um alle Notebooks kümmert, die jemals kaputt sind oder aus irgendwelchen Gründen “nicht gehen”.
... daran, dass meine Kollgen, die Teilweise mit der Aufforderung “einfach den Browser öffnen” überfordert sind, sich an ein solch heikles Thema wie “Notebooks” trauen.
... daran, dass meine Schüler den “großen GTR” nicht missbrauchen.
... daran, dass vom Schulträger ein, oder besser noch zwei, hauptamtliche (also nicht mit zwei Ausgleichsstunden) abgespeiste, professionell ausgebildete Systemadministratoren angestellt werden, die rund um die Uhr die Sicherheit des Schulnetzwerkes sicher stellen.

Na ja, ketzerisch, ich weiß. Aber mein Eindruck ist, dass an den Schulen die Professionalität fehlt und viel zu viel halbherzig angegangen wird. Unsere Stadtverwaltung hat z. B. allen Schulen je 5 Laptops bereitgestellt – das war’s. Keine Einrichtung, keine Integration ins Netzwerk, kein Plan, wie die eingesetzt werden sollen, kein Notebookwagen oder ähnliches – Ergbnis – man ahnt es schon – pro Schule freuen sich nun jeweils fünf Kollen über neue Laptops :-( Darin stimme ich meinen Vor“kommentatoren” zu – kein Konzept vorhanden! Geldverschwendung in ihrer reinsten Form.

Andererseits, gute Anregungen zum Computer/Notebookeinsatz in der Schule findet man allerorten, nicht zuletzt sind die Österreicher
uns einige Schritte voraus.
Darüber hinaus ist in dieser US-Amerikanischen Studie
ein deutlich professionelleres Vorgehen beschrieben.

Ich geb die Hoffnung nicht auf – der Computer und Internetanschluss als Ubiquität an der Schule…

P.S.: Meiner Meinung nach muss man nicht immer nur an Notebooks bzw. andere “ausgewachsene PCs” denken – gerate der mobile Markt birgt m. E. ein riesiges Potenzial für die zukünftige Nutzung auch im Unterricht – P(v)odcasts sind erst der erste Schritt.

11wm26215 schrieb am 21. April 2007, 19:03 h    # 

Wir haben nach Beratung durch Bundessprachenzentrum, Lufthansa und verschiedene Uni-Sprachenzentren Computertische mit versenkbaren Flachbildschirmen angeschafft und sind hochzufrieden. Selbst bei aufgeklappten Tischen sieht man alle Studenten, kann sie absenken lassen und dann sicher sein, dass sie nicht mehr ihre emails schreiben.

Vorteil: man kann innerhalb einer Doppelstunde problemlos zwischen Computer + Frontalunterricht wechseln – den Computerraum also auch als “normalen” Seminarraum nutzen ohne dass Bildschirm, Maus + Tastatur stören würden. Im Tisch eingelassene Bildschirme (unter Glasscheibe) führen zu Rückenproblemen.

Die Tische sind in einem doppelten “U” angeordnet (ein äußeres, ein inneres) – die Studenten können also auch kommunizieren, weil sich alle sehen.

Zusätzlich zu den festen Computertischen (24 + 1 behindertengerechter / motorisch höhenverstellbar) gibt es 10 Stühle mit Schreibtablar: dadurch sind wir bez. der Lernerzahl flexibler.

Egal ob Computerraum oder Laptop-Klasse: das Grundproblem bleiben die Anwendungen / Lernprogramme – genau wie früher beim konventionellen Sprachlabor. Findet man für seine Lerngruppen geeignete oder muß man mühsam alles selbst erstellen?

In EnPaed habe ich schon mal gefragt: “Was macht Ihr eigentlich in Euren Fremdsprachen-Computerräumen?” – leider keine Antwort erhalten.

12ak schrieb am 22. April 2007, 18:00 h    # 

@wm26215

Gibt es von diesen Tischen Fotos oder vielleicht eine Website des Herstellers? Was Du geschrieben hast, klingt sehr interessant, so dass ich gerne mehr darüber erfahren würde.

13wm26215 schrieb am 22. April 2007, 22:55 h    # 

Fotos unseres computergestützten Sprachlabors

Website des Herstellers:

Das Modell “Swing-up” (s.u.) kommt unserem nahe – ist aber nicht identisch. Das für uns gefertigte scheint nicht auf den Internetseiten zu sein: es hat rechts keine offene Computeraufhängung sondern einen geschlossenen Schrank (mit Lüftung; Schrank / Kabel von hinten zugänglich). Im oberen Teil des Schrankes legt man Tastatur, Maus und headset ab. Die Kabel gelangen durch eine lange “Bürste” nach oben.

Swing up
Ich werde nächste Woche eigene Fotos machen.

Von den Modellen mit motorisch hochfahrbarem Bildschirm ist aus verschiedenen Gründen wohl eher abzuraten – ebenso von denen, die den Bildschirm unter der Arbeitsfläche / einer Glasscheibe “verstecken” (unser Lehrertisch).

Genial: Beistelltisch neben dem Lehrerplatz für Drucker und Scanner: riesiger Kabelkanal, die Tischplatte läßt sich verschieben – man kann alle Anschlüsse problemlos erreichen.

Lehrer- / Behindertentisch

Der Lehrerrechner ist auf simple Weise so verkabelt, daß man CDs und DVDs per Audioanlage bzw. Beamer abspielen kann.

Bei Interesse schreibe ich nächste Woche noch was zu den Einsatzmöglichkeiten und auch Problemen behinderter Rollstuhlfahrer.

Insgesamt: professionelle Beratung durch den Hersteller, problemlose Installation / Montage, guter / kulanter “after-sales-service”.

Was ich nicht wußte: unterschiedliche (Teppich-) Böden erfordern bei den Bürostühlen unterschiedlich harte Rollen – sonst kippt man leicht um wenn der Schwerpunkt des Stuhles zu hoch liegt. Der Lieferant hat die Rollen (immerhin ca. 100) kostenfrei ausgewechselt.

Für Gruppenarbeit kann man die Bürostühle nach vorne fahren lassen. Wir haben aber zusätzlich zehn Holzstühle mit Schreibtablar (kleine Arbeitsplatte, die an der rechten Armlehne befestigt ist) um flexibler auf unterschiedlich große Gruppen reagieren zu können.