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Evolutionäre Erkenntnistheorie

Titelinformationen

Gerhard Vollmer: Evolutionäre Erkenntnistheorie.

Stuttgart: Hirzel.

Können wir objektives Wissen über die Welt erhalten? Inwieweit stimmt unser Weltbild mit der realen Welt überein? Solche und andere Fragen beantwortet die Evolutionäre Erkenntnistheorie auf der Basis der Evolutionstheorie.

Sie kann zeigen, daß wir innerhalb der Grenzen unserer Erfahrungswelt objektives Wissen über die Welt erlangen, daß wir uns mithin in recht hohem Maß auf unsere Erkenntnisfähigkeit verlassen können. Denn unsere Erkenntnistrukturen (Sinnesorgane und Gehirn) haben sich in Anpassung an die reale Welt entwickelt und mussten diese Welt hinreichend genau abbilden, um das Überleben des Organismus zu sichern.

Vollmer schreibt sehr klar und argumentiert überaus schlüssig. Das Buch ist hervorragend gegliedert, so daß man es auch nur in Auszügen mit Gewinn lesen kann. Jedem zu empfehlen, der sich für Fragen unseres Weltbildes und der Möglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis interessiert.

Umschlagtext über das Buch

Daß wir die Welt erkennen können, ist nach der Evolutionären Erkenntnistheorie weder Zufall noch göttliche Fügung, sondern auf natürliche Weise erklärbar.

Denken und Erkennen sind Leistungen des menschlichen Gehirns. Unsere kognitiven Strukturen passen auf unsere Welt, weil sie sich in Anpassung an diese Welt herausgebildet haben. Diese Passung ist nicht ideal, aber ausreichend für das Überleben unter Konkurrenz.

Gerhard Vollmer hat die Evolutionäre Erkenntnistheorie maßgebend mitentwickelt. In seinem Standardwerk erklärt er die Leistungen und Fehlleistungen unseres Erkenntnisapparates.

Informationen über den Autor

Prof. Dr. rer. nat. Dr. phil. Gerhard Vollmer ist am 17. November 1943 in Speyer am Rhein geboren. Er studierte Mathematik, Physik, Chemie in München, Berlin und Freiburg und arbeitete als Praktikant beim Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Sein Physikstudium beendete er 1968 mit dem Diplom. Er promovierte 1971 bei Siegfried Flügge in Freiburg über Umkehrprobleme der Streutheorie und war dort bis 1975 wissenschaftlicher Assistent für theoretische Physik.

Neben seiner Tätigkeit als Naturwissenschaftler studierte er Philosophie und allgemeine Sprachwissenschaft. Ein einjähriger Aufenthalt 1971 – 72 als postdoctoral fellow bei Mario Bunge in Montreal (Kanada) regte ihn an, über Probleme der modernen Wissenschaftstheorie zu arbeiten. 1974 promovierte er in Philosophie mit einer Arbeit über Evolutionäre Erkenntnistheorie.

Ab 1975 lehrte er am Philosophischen Seminar der Universität Hannover; ab 1981 war er Professor am Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft an der Universität Gießen, seit 1991 am Seminar für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig. Seine Arbeitsgebiete sind Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Künstliche Intelligenz. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Er ist Mitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina Halle und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.

Quelle

Zuletzt geändert am 27.12.2007