Webdesign

Textpattern installieren

Der folgende Beitrag erklärt, wie man Textpattern auf einem Webserver installiert. — Das Content Management System Textpattern arbeitet auf der Basis von PHP als Programmiersprache und MySQL als Datenbank. Beides ist heute bei praktisch jedem Webhoster verfügbar, so dass man Textpattern universell einsetzen kann. Die aktuellen und exakten Softwareanforderungen finden sich auf der Textpattern Website links oben unter der Überschrift Requirements.

Voraussetzungen

Die Screenshots sind auf einem Mac erstellt. Wenn ein Windowsrechner benutzt wird, sehen die Einstellungen und Programme entsprechend anders aus.

Im Beispiel kommt als Remote-Computer ein Linux Rechner mit dem Apache Webserver zum Einsatz. Wenn hier ein andere Plattform verwendet wird, können die Einstellungen und Meldungen ebenfalls abweichen.

Textpattern herunter laden

Zunächst lädt man das aktuelle Dateipaket von Textpattern von der Textpatternwebsite herunter.

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Im Downloadbereich gibt es verschiedene Dateiformate — die einfachste Variante ist das zip-Paket.

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Nach dem Download entpackt man die Dateien in einen neuen Ordner auf der Festplatte, der am besten entsprechende dem Namen der künftigen Website benannt wird. Dieser wird alle Dateien aufnehmen, die im Laufe der Arbeit an der neuen Website wichtig sind. Im Beispiel heißt dieser Order txp-sandbox.

Dateien auf den Webserver kopieren

Zunächst loggt man sich mit dem FTP Programm auf dem Server ein, so dass man sowohl die lokalen Dateien als auch den noch leeren Ordner auf dem Server sehen kann. Bei den meisten Programmen ist die Darstellung vertikal geteilt: links lokal, rechts entfernt.

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Nun kopiert man alle Dateien und Ordner aus dem Textpattern zip-Archiv auf den Webserver, so dass der Inhalt des lokalen und des entfernten Ordners identisch sind. Wichtig: das Installationspaket enthält eine Datei namens .htaccess, deren Name mit einem Punkt beginnt. In manchen FTP Programmen sind solcher Dateien nicht sichtbar, das heißt sie müssen durch eine Einstellung im FTP Programm sichtbar gemacht werden. Diese Datei sorgt dafür, dass Textpattern saubere URLs erzeugen kann (s.u.).

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Textpattern installieren

Nun kann die eigentlichen Installation beginnen. Dazu braucht man:

Alle Angaben erhält man normalerweise vom Webhoster bzw. aus dem Administrationsoberfläche des eigenen Webspace, in der man unter Umständen die Datenbanken selbst anlegen kann.

Um die Installation zu beginnen, ruft man die eigene Domain auf und fügt /textpattern/setup/ an die Adresse an. Zum Beispiel:

http://www.eigene-domain.de/textpattern/setup/

Damit gelangt man zur ersten Seite der Installation. Hier wählt man die zu installierende Sprache aus und klickt Submit.

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Im nächsten Schritt gibt man die Details der Datenbank an:

Das Feld Tabellen-Präfix wird nur benötigt, wenn man mehrere Installationen von Textpattern in eine Datenbank anlegen möchte. Dann erhalten alle Tabellen eine Vorsilbe, um sie eindeutig identifzieren zu können. Im Normalfall lässt man dieses Feld leer.

Schließlich trägt man noch die vollständige URL der neuen Website ein.

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Nach dem Klick auf Next erhält man die Zusammenstellung der eben vorgenommenen Einträge in Textform.

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Man kopiert zunächst den kompletten Inhalt des grauen Textfeldes.

Nun öffnet man auf der lokalen Festplatte den Ordner, in den man die Textpattern Dateien entpackt hat. Hier gibt es einen Ordner /textpattern/. In diesem befindet sich eine Datei namens config-dist.php. Man öffnet sie und ersetzt den Inhalt durch den eben kopierten Text. Nun speichert man die Datei unter dem Namen config.php ab. Diese lädt man nun in den /textpattern/ Ordner auf dem Webserver hoch. Die Datei config-dist.php kann man nun löschen (sowohl lokal als auch auf dem Server).

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Ist das erledigt, geht man zurück in das Browserfenster und klickt unter dem Textfeld auf den Button Habe ich gemacht!.

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Nun stellt Textpattern mit den eingetragenen Daten der config.php eine Verbindung zur Datenbank her und legt die entsprechenden Tabellen an.

Im nächsten Schritt erkennt man am oberen Bildrand, ob das Anlegen der Tabellen in der Datenbank erfolgreich war. Anschließend trägt man seinen Namen, einen Benutzernamen sowie ein Passwort und eine E-Mail-Adresse ein und klickt wieder Next.

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Damit ist die Installation fast abgeschlossen und man erhält eine entsprechende Rückmeldung. Nun kann man den Link zum Adminbereich anlicken, um sich in die neu angelegte Textpattern-Site einzuloggen.

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Auf der Loginseite trägt man den soeben festgelegten Benutzernamen und das Passwort ein und klickt Anmelden.

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Benutzeroberfläche

Nach dem Login gelangt man zunächst zur Seite mit den Einstellungen. Bevor wir uns diese näher anschauen, machen wir zunächst einen „Rundgang“ durch die Benutzeroberfläche.

Die Admin-Oberfläche von Textpattern ist in verschiedene Bereiche gegliedert, die jeweils über einen „Tab“ erreichbar sind. Es gibt zwei Reihen von Tabs:

Ein Aufklappmenü rechts oben ermöglicht den direkteren Zugriff auf die einzelnen Bereiche.

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Grundeinstellungen

Nach dem ersten Login sollte man zunächst einige Einstellungen vornehmen. Im Folgenden werden die wichtigsten Einstellungen erklärt.

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  1. Beim Feld Name der Webseite trägt man typischerweise den Titel ein, der später auch im Header der Seite stehen soll.
  2. Bei Slogan hat man die Möglichkeit, eine Art „Untertitel“ oder Tagline einzutragen.
  3. Das Feld Produktionsstatus steht zunächst auf Test. Außerdem gibt des die Optionen Debug und Live.
    • Debug: Bei Problemen werden alle Fehlermeldungen und Hinweise angezeigt, in den Quelltext der Webseite werden ausführliche Angaben über die verschiedenen Prozesse eingefügt, die im Hintergrund laufen. Wie der Name dieses Modus vermuten lässt, benutzt man ihn zur Fehlersuche, falls etwas nicht richtig funktioniert.
    • Test: In diesem Modus werden nur einige wenige Angaben zu Hintergrundprozessen ans Ende des Quelltexts eingefügt. Nur Fehler (keine Hinweise) werden gemeldet.
    • Live: Keine zusätzlichen Angaben im Quelltext, es werden Fehlermeldungen werden so weit wie möglich unterdrückt. Dieser Modus ist für den dauerhaften Betrieb einer Site gedacht.
  4. Hier kann man einstellen, wie das Datum eines neuen Beitrag angezeigt werden soll.
  5. In der Grundeinstellung ist in Textpattern ein Archiv eingerichtet, dessen Datumsformat man hier separat festlegen kann.
  6. Schema der URLs: Dieser Eintrag ist extrem wichtig. Hiermit legt man fest, nach welchem Muster die URLs (Webadressen) der einzelnen Beiträge generiert werden. Diese Einstellung will daher wohl überlegt sein, weil eine nachträgliche Änderung sämtliche URLs ändert, so dass Bookmarks nicht mehr funktionieren. Das ist eine Todsünde im Web, denn Cool URIs don’t change. Eine URL sollte einmal festgelegt werden und sich dann nie mehr ändern. Was bedeuten die einzelnen Einträge?
    • ?=unordentlich: diese Einstellung funktioniert in allen Serverumgebungen immer. Sie hat allerdings den gravierenden Nachteil, dass die URLs für Menschen nicht merkbar sind, weil sie aus Zeichen und Zahlen bestehen, die für den Benutzer nicht nachvollziehbar sind. Wenn möglich sollte man dieser Einstellung daher nicht benutzen.
    • /id/titel: Hier wird die URL aus dem ID Nummer eines Artikels und seinem Titel zusammen gesetzt, die durch Schrägstriche getrennt werden. Das ist besser lesbar als die vorige Einstellung, die Zahl macht die URL aber dennoch schwer erinnerbar.
    • /sektion/id/titel: Wie oben, allerdings wird auch die Sektion in die URL aufgenommen, damit zeigt die URL mehr inhaltlichen Kontext an. Das Problem mit der schwer zu merkenden ID Nummer bleibt.
    • /jahr/monat/tag/titel: Diese Variante wird von den meisten Weblogs verwendet. Sie macht nur Sinn, wenn man die Website chronologisch strukturiert.
    • /sektion/titel: Diese Variante bringt inhaltlich sinnvolle und gut merkbare URLs hervor. Allerdings muss man darauf achten, dass jeder Artikel einer Sektion einen eindeutigen Titel hat, sonst kann es zu doppelten URLs kommen, die dann nicht funktionieren. Wenn man das im Griff hat, ist diese Variante die Beste.
    • /titel: Nur der Titel wird zu URL. Das ist ebenfalls gut merkbar, funktioniert aber nur bei kleineren Sites, deren Titel sich in jedem Fall deutlich voneinander unterscheiden. Wenn man mehrere Hauptbereiche (Sektionen) einrichten möchte, sollte man lieber die Sektionsnamen in die URL einbeziehen und die vorherige Variante wählen.

Die weiteren Einstellungen auf der Seite werden wir hier nicht besprechen. Viele sind selbsterklärend, andere kann man zunächst in der Grundeinstellung belassen. Eine genaue Beschreibung der Einstellungen (auf Englisch) gibt es im Textpattern Wiki.

Temporäres Verzeichnis anlegen

Bevor man mit der neuen Website loslegen kann, müssen noch einige weitere Vorkehrungen getroffen werden. Dazu wechselt man zunächst im Bereich Einstellungen in den Unterbereich Erweiterte Einstellungen.

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Hier gibt es zunächst die Einstellungen Bilderverzeichnis und Datei-Upload-Pfad. Diese kann man in der Grundeinstellung belassen.

Das Feld Temporäres Verzeichnis ist noch leer. Hier müssen wir einen korrekten Pfad eintragen und einen entsprechenden Ordner auf dem Server anlegen.

Die einfachste Lösung ist, den Datei-Upload-Pfad zu kopieren und ihn zunächst in das Feld Temporäres Verzeichnis einzufügen. Dann ändert man den Namen des letzten Ordners im Pfad von /files auf /tmp.

Zum Beispiel:

Feld Pfadbeispiel
Datei-Upload-Pfad /home/www/html/txpsandbox/files
Temporäres Verzeichnis /home/www/html/txpsandbox/tmp

(Die genauen Pfade sind auf jedem Webserver anders.)

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Anschließend scrollt man zum Ende dieser Seite und klickt Speichern.

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Damit diese Einstellung nun funktioniert, muss man das angegebene Verzeichnis auf dem Webserver noch anlegen.

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Test und Diagnose

Der Tab Diagnose gehört zum Abschluss der Installation ebenfalls noch zum „Pflichtprogramm“.

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Klickt man auf Diagnose sieht man zunächst einige Warnhinweise in rot und darunter eine Vielzahl diagnostischer Angaben.

Zunächst sind drei Meldungen zu erwarten, dass die Verzeichnisse für die Bilder, Dateien und das Temporäre Verzeichnis nicht beschreibbar sind. Außerdem warnt Textpattern, dass der Ordner /setup/ noch auf dem Server vorhanden ist, was eine mögliche Sicherheitslücke darstellt.

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Wir müssen daher noch einmal zurück zum FTP Programm, um den /setup/ Ordner zu löschen und die Schreibrechte der drei anderen Verzeichnisse korrekt einzustellen.

Man öffnet den Ordner /textpattern/, um /setup/ zu löschen.

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Anschließend navigiert man wieder eine Verzeichnisebene höher ins Root-Verzeichnis der Website. Hier sollte folgende Ordnerstruktur zu sehen sein.

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Für die drei Ordner, die im Beispiel mit einem roten Punkte gekennzeichnet sind, müssen nun die Schreibrechte angepasst werden, so dass sie der Einstellung 777 entsprechen.

In vielen FTP Programmen kann man dazu die Ordner mit der rechten Maustaste anklicken und hat dann einen Menüpunkt, der „Zugriffsrechte“ oder „Schreibrechte“ heißt. Am Ende müssen alle drei Ordner die Einstellung 777 haben, d.h. „Benutzer“, „Gruppe“ und „Alle“ müssen lesen, schreiben und ausführen dürfen.

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Fertig

Wenn man nun die Diagnose-Seite neu lädt, sollten die roten Warnhinweise verschwunden sein. Stattdessen bietet sich im Idealfall folgendes Bild:

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Wenn dem nicht so ist — kein Grund zur Panik. Textpattern wird von einer freundlichen und hilfsbereiten Community unterstützt. Wenn man nicht mehr weiter weiß, ist das Textpattern Forum eine gute Anlaufstelle, wo man schnelle und kompetente Hilfe findet.

Um den Helfern ein möglichst klares Bild von der Situation zu geben, sollte man zunächst das Problem möglichst genau beschreiben. Wenn das schwierig ist, kann man auch die Angaben aus dem Diagnose Textfeld kopieren und im Forum posten. Allerdings sollte man die einzelnen Serverpfade dabei löschen, da sonst jeder Besucher des Forums sehen kann, wie der eigene Server strukturiert ist, was unter Umständen problematisch bezüglich der Sicherheit sein kann.

Nun ist Textpattern installiert und man kann die Startseite über die zuvor angegebene URL aufrufen.

Außerdem kann man sich nun im Adminbereich gründlich umsehen, um das neue System kennen zu lernen.

Viel Erfolg und viel Freude mit Textpattern.

Zuletzt geändert am 03.02.2008